Während des 16ten und 17ten Jahrhunderts richtet die Armut in Frankreich grosse Schaden an; das Land ist seit der Fronde (der Partei die in Aufstand ging gegen Mazarin und den Regenten) eigentlich nur noch ein riesenhaftes „cour des miracles“. Auf Rat einiger wichtiger Persönlichkeiten der Epoche, entschliesst sich Ludwig XIV, ein königliches Edikt zu publizieren, um Armenhäuser zu kreieren mit dem Ziel die soziale Ordnung zu bewaren. Dieses Edikt tritt anschliessend auch in den Provinzen in Kraft (1662).
Jacques-François, der Marquis von Hautfort, in der Zeit bekannt als unwahrscheinlicher Geizhals (er diente als Modell für Harpagon von Molière...), entschliesst sich also ein Hospiz für die Ärmsten der Armen zu bauen. Am 4. Februar 1669 fängt man an und im Jahre 1740 ist das Gebäude fertig: ein griechisches Kreuz mit dem kreisförmigen Chor einer Kapelle in der Mitte, umgeben von einem aus Gebäuden kreierten Viereck. 33 Arme können ab jetzt empfangen werden (33 waren die Anzahl der Jahre von Jesus-Christus auf Erden). - 11 alte Leute in dem „Ewigen-Vater-Saal“ (östlich, oben im Kreuz) - 11 junge Männer in dem „Heiligen-Wort-Saal“ (westlich, unten im Kreuz) - 11 Frauen in dem „Heiligen-Geist-Saal“ (südlich, im rechten Arm des Kreuzes)
Verlassen und verfallen seit 1895, diente das alte Hospiz während des Ersten Weltkrieges als Lazarett. Im Jahre 1906 kommt es in die Hände der Gemeinde Hautefort und seit dem Jahre 1927 steht es unter Denkmalschutz. 1999 begann man mit der Restauration und heutzutage beherbergt das Gebäude das Touristenbüro, das Atelier eines Webers und das Museum der Heilkunde.
Der Hippokrates-Saal, der Plato-Saal, der Aristoteles-Saal, der Galenus-Saal: Sie sollten hier nicht auf die Suche gehen nach den schrecklichen, mit Formol gefühlten Pokalen, in denen Menschenreste zu sehen sind! Das Ziel des Museums der Heilkunde ist es, Ihnen die Evolution der Heilkunde und die dazugehörenden Instrumente des 16ten Jahrhunderts bis heute zu zeigen.
Ausserhalb der Kapelle und dem ersten Saal, wo das alte Hospiz wieder aufgebaut wurde und wo Sie eine hervorragende Kollektion von Instrumenten aus der Epoche bewundern können, bietet Ihnen das Museum die Möglichkeit, den Fortschritt der Frauenheilkunde, der Geburtshilfe, der Kinderheilkunde, der Anfertigung von Prothesen, der Zahnmedizin, der Radiologie usw. besser verstehen zu können.
Es gibt ganz tolle Chirurgenköfferchen aus dem 18ten, 19ten und 20sten Jahrhundert, und eine bemerkenswerte Kollektion „Poupinels“ aus Kupfer, Sterilisierungsdosen von „Montferland“ und eine Reihe von Zahnarztschränken aus dem Jahre 1870 bis heute zu sehen. Einiges über Pasteur und seine Erfindungen werden in dem letzten Saal gezeigt. All das erklären die Fremdenführer mit grosser Leidenschaft!
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